Die Gliederung ist fertig…

Gestern Abend haben Matthias und ich, vorerst nach unserem Ermessen, die Grobgliederung für den Allgemeinen Teil und den russischen Teil des Altais fertiggestellt. Nun liegt es an Dagmar und Henryk ihren Part zu ergänzen und ggf. an der allgemeinen Gliederung etwas zu schrauben.

Parallel dazu laufen die Recherchearbeiten auf Hochturen. Habe bereits mit einem sehr guten Reiseveranstalter wieder Kontakt aufgenommen - wieder, weil es der Veranstalter ist, mit dem ich im vergangenem Jahr die Beluchabesteigung beging - von ihm gibt es fundierte, penibel recherchierte Informationen zu spannendsten Plätzen im Altai gibt.

Weitere Kontakte lassen nicht lange auf sich warten - es macht unheimlichen Spaß sich mit einem so schönen Thema, wie dem Altai zu beschäftigen und sich mit gleichgesinnten darüber auszutauschen. Ich bin schon unglaublich stark auf das Ergebnis dieser Arbeit gespannt; auf den Tag an dem ich den ersten deutschsprachigen Altai-Reiseführer in den Händen halten kann!

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Altai Reiseführer

Bereits seit 2002 beschäftige ich mich bewusst mit dem Altai, obwohl ich den Altai seit meiner Geburt in mir trage. In diesem Jahr (2009) habe ich die wunderbare Möglichkeit erhalten, an einem Reiseführer über meine Geburtsstätte mitzuwirken. Ich freue mich, mehr als man es in Worte fassen kann, über (m)einen Flecken Erde in deutscher Sprache berichten zu können, welcher nur dem flüchtigen Besucher als ein fremdes, unverständliches Land ins Bewusstsein tritt. Nur Extremtouristen scheinen sich in die Weiten des Altai-Gebirges zu trauen; dabei ist das Land zwar extrem, doch keineswegs den Gästen gegenüber negativ eingestellt. Meine Mittstreiter

- Dagmar Schreiber (http://www.Kasachstanreisen.de)
- Matthias Beier
- Henryk Alff (http://www.Henryk-alff.de)

und ich freuen uns Sie demnächst auf einer spannenden Altai-Reise begrüßen zu dürfen!

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Einleitung

5 Jahre ist es schon her, dass ich russischen Boden betreten habe; 5 Jahre hat es gedauert bis ich diesen Sommer (2008) sagen konnte…

“Ich bin im Altai!”

Es sollte eine besondere Reise werden, eine von der man noch seinen Enkelkindern erzählen würde. Der Plan - zweiwöchige Besteigung des höchsen sibirischen Gipfels, Belucha, der mit seinen 4506 Metern vom Ural bis zum russischen Fernosten alles überragt.

Sich eine Flause in den Kopf zu setzen, ist denkbar einfach. Oft wird aus solchen schnell eträumten Träumen leider nichts und bis zum Reiseantritt habe ich nicht gewagt daran zu denken, dass dieser ganz besondere Traum in Erfüllung gehen wird.

Als begeisterter Altaier oder vielmehr Freund des Altais habe ich bereits seit meiner letzten Altai-Reise weitere Mitstreiter für ein südsibirisches Abenteuer gesucht. Alle Zusagen entpuppten sich jedoch als zu voreilig und so beschloss ich letztendlich diese Reise allein anzutreten. Umsomehr war ich überrascht, als die Eltern (Gabi und Harald) einer langjährigen Freundin aus Dresden sich meiner eifrigen Erzählungen über den Altai erinnerten und meinen Plänen nach einer weiteren kurzen Zusammnkunft anschlossen.

23. August 2008: 5 Jahre Träumerei und 2 Monate Planung später steige ich nun hier im herbstlichen Barnaul (Hauptstadt der Region Altai) aus dem Flieger aus Moskau und mit jeder Stufe steigt die innere Anspannung… Letzter Schritt… “Ich bin im Altai!”

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Entstehung der Bezeichnung Altai

Die geografische Bezeichnung „Altai“ wird bereits im 8 Jahrhundert n. Chr. historisch belegt. In einer alten turksprachigen Inschrift auf dem Kül-Tegin-Denkmal (kyrill. „Кюль-Тегин“) von 732 im Tal des Flusses Katzen-Orchon oder Altorchon (kyrill. „Кошкин-Орхон“ oder „Старый Орхон“) in der Mongolei wird der Name „Altunjysch“ (kyrill. „Алтунjыш“) – „Altunische Schwärze“ (dunkler Wald) erwähnt. Die „Altunische Schwärze“ wird auch als die „Goldene Schwärze“ oder „Altai“ übersetzt. Möglicherweise stellt die Bezeichnung „golden“ im Namen „Goldene Schwärze“ wie auch bei den Bezeichnungen „Goldener See“ und „Goldene Horde“ ein Epitheton dar.

Ebenfalls möglich ist die Ableitung vom Mongolischen Altyn (kyrill. „алтын“) – Sechs. In einer weiteren Theorie wir von einer Zusammensetzung aus zwei Wörtern ausgegangen, nämlich dem Chakassischen „-tai“ für „Berg“ und dem Schorischen „al“ für „wild, schrecklich“. Über „Wilde Berge“ berichten die altturkischen Völker und meinen damit den Altai. Diese Bezeichnung wurde deshalb vorerst nur für den Gebirgszug, im Laufe der Zeit jedoch zunehmend auch für das umliegende Territorium gebraucht.

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Belucha - Die Krone des Altais

Belucha ist mit seinen 4.506 m über Meereshöhe der höchste sibirische Gipfel. Mann kann ihn mit Verlaub als ein kolossales Monument der Natur oder einen Heiligtum der Altaischen Berge bezeichnen. Seine einzigartige Aura ist so enorm, dass er im Laufe der Jahrhunderte unter Reisenden, Touristen, Schriftstellern, Künstlern und Gelehrten zu einer regelrechten Pilgerstätte avancierte.

Belucha ist ebenfalls höchster Berg und wichtigste Wasserscheide der Katun’-Bergkette im Zentralaltai. Er erhebt sich als Spitze mit schneeweißer Krone an der Grenze dreier Ausläufer im östlichen Teil der Kette. Gelegen an der russisch-kasachischen Grenze auf gleicher Entfernung von den drei Ozeanen – Atlantischer, Indischer und Pazifischer – entpuppt sich der Berg als Knotenpunkt des gigantischen eurasischen Kontinentes.

Die Bezeichnung Belucha entstand in Anlehnung an das russische Wort für die Farbe „weiß“ (kyrill. «белый»), was wiederum auf die unter dem Schnee liegende Krone des Berges zurückzuführen ist. Diese ragt auch auf größere Entfernung über den restlichen Gebirgszügen des Altais heraus. Die bewegte Geschichte des Altais hält für den Berg jedoch nicht nur einen Namen bereit. Die alten Turken nannten ihn unter anderem „Kadyn-Baji“ (Gipfel des Katun’), „Ak-Suru“ (der Herausragende), „Musdutuu“ (Eisiger Berg) und „Utsch-Ajry“ (Berg mit drei Ausläufen), was durchaus seinem physikalisch-geografischen Antlitz entspricht.

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Barnaul - Zentrum der Region Altai

Barnaul Altai HauptstadtOffiziell wird die Gründung der Stadt auf 1730 festgelegt. Aktuelle Forschungen haben jedoch ergeben, dass Barnaul auf Initiative von A. N. Demidov im Jahre 1739 als kleine Siedlung neben der Barnauler Silberschmelze angelegt wurde. Die Stadt mit rund 700.000 Einwohnern erstreckt sich über mehr als 320 km² und ist in 5 Verwaltungsbezirke untergliedert. Barnaul ist größter Transportknoten sowie größtes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Region. Nicht umsonst wird die Stadt auch als europäischste Stadt Sibiriens bezeichnet, denn an Prunk und Pracht übertrifft Barnaul sogar die bekannteste und größte sibirische Stadt Novosibirsk.

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TSCHAGA-BAJRAM (ЧАГА-БАЙРАМ)

Aus dem Altaischen übersetzt bedeutet „Tschaga-Bajram“ (kyrill. “Чага-байрам”) „das weiße Fest“. Der schon fast vergessene Feiertag wurde zum ersten Mal wieder in der fernen hochgelegenen Tschuja-Steppe gefeiert, da nur die dort lebenden Tschujer, als einzige des altaischen Volkes, die alte lamaische Neujahrsfeier beibehalten haben. Dieses Fest wird gemeinsam mit Mongolen, Tuwinern, Burjaten, Kalmyken sowie Völkern aus dem Tibet und Indien gefeuert.

Es beginnt am Tag des Neumondes zwischen Ende Februar und Anfang März. Schon am frühen Morgen beginnen Sonnenanbetungen und Ehrungen des Altais. Auf einem speziellen Tagyl-Altar (kyrill. „тагыл-алтарь“) werden Gaben aus Milchprodukten gereicht und Kyjra-Schlefen (kyrill. „кыйра“) angebunden. Es wird ein Lagerfeuer angezündet und das Ritual mit Wohlwünschen begleitet. Üblicherweise führen nur Männer, welche sich an das Vorneujahrsfasten mit Sutra-Lesungen gehalten haben, dieses Ritual durch. Kurz darauf beginnen die prächtigen Feierlichkeiten – von überall kommt das Volk zusammen, es werden verschiedene Kultur- und Sportveranstaltungen durchgeführt. Gern wird auch auf Schlitten und Tierfellen gerodelt.

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EL-OJYN (ЭЛ-ОЙЫН)

Zu den traditionsreichen Nationalfeiertagen des Ojrot-Altai-Volkes mit Beteiligung aller im Altai lebender Volksgruppen zählt El-Ojyn (kyrill. “Эл-Ойын”), was soviel wie “Fest aller Völker” bedeutet. Tausende strömen im Sommer in die Berge um gemeinsam in das bunte Volksgetümmel einzutauchen. El-Ojyn ist ein wanderndes Volksfest. Es spiegelt den Geist der Vorfahren wider, welche in vergangenen Zeiten niemals an einer Stelle bleiben konnten, sondern die langen und lebensnotwendigen Umzüge in Kauf nahmen. Mit diesem Feiertag hat das altaische Volk seine längst vergessene Identität wieder entdeckt.

El-Ojyn – der Auftritt verschiedensprachiger Volksgruppen aller Dialekte des gemeinsamen Altai-Volkes. Wunderschön inszenierte Vorführungen mit Naturkulissen geben dem Fest einen Hauch der Vergangenheit. Und die Farbenpracht der Volkstrachten sowie in Reih und Glied stehende Jurten und Ails (altaische Behausungen) spiegeln die Gastfreundschaft des Volkes wider.

Nationale Sportspiele zu denen Kuresch-Kämpfen (kyrill. “куреш”), Gewichteheben, Bergrennen, sowie altaisches Schachspielen Schatra (kyrill. “шатра“) und viele andere zählen, fügen dem Fest ein gesundes Maß an Eifer und aufregende Freude hinzu. Die aufregendsten Spektakel bei diesen Feiern sind und bleiben natürlich die Sportarten auf dem Pferd. Altaisches Rodeo-Reiten – Emdik Uredisch (kyrill. “Эмдик уредиш“) – ist nicht nur Sport, sondern auch ein gewisses Risiko für die Teilnehmer.
Den abschließende Auftritt der Pferdesportler mit den schnellsten und stärksten Argymak-Pferden kann man getrost den Höhepunkt des Festes nennen. Den Gewinner des Rennens erwartet ein hochwertiger Preis – ein Auto.

Die Attraktivität des Festes beweist eine stetig wachsende Zahl seiner Besucher aus verschiedenen Winkeln der Erde wie z.B. aus der Region Altai, Kemerowo, Tuwa, Moskau, Sankt Petersburg, aber auch aus der Mongolei, China, der Türkei und anderer Staaten.

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Über den Teletskoje-See

Vor sehr langer Zeit gab es in ganz Altai eine große Hungersnot. Ein reicher Mann besaß einen großen Goldbarren. Nach dem er jedoch durch ganz Altai gewandert ist und für seinen Schatz nicht mal eine Scheibe Brot bekommen konnte, warf der enttäuschte reiche Mann den Goldbarren in den See und starb selbst in seinen Wassern. Seither heißt der Teletskoje-See in der Sprache des Ojrot-Altai-Volkes “Altyn-Kol” (kyrill. “Алтын Кoл”), was soviel wie Goldener See bedeutet.

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Rerich(Roerich)-Ausstellung in Gorno-Altaisk eröffnet

GORNO-ALTAISK, 3 Juli 2006. Unter dem Namen “Zeichen der Schönheit” (russ. “Весть красоты”) wurde im Nationalmuseum der Republik Altai (Gorno-Altaisk) eine Ausstellung der Arbeiten von Nikolai Rerich (Nikolas Roerich) und seines Sohnes Svjatoslav eröffnet. Sie ist dem 80-jährigen Jubiläum der zentral-asiatischen Expedition von Nikolai Rerich gewidmet, welcher im August 1926 auch den Bergaltai besucht hatte.

Insgesamt werden hier 60 Werke von Nikolai Rerich (Nikolas Roerich) und 10 Werke seines Sohnes vorgestellt. Die Besucher haben aber auch die Möglichkeit aus zahlreichen Fotografien, Videofilmen und historischen Dokumenten viel Wissenswertes über das Leben aller Familienmitglieder der Rerichs zu erfahren. Diese Ausstellung soll ebenfalls deutlich machen, wie viel diese einzigartige Familie zur russischen und zur Weltkultur beigetragen hat.

Ein weiterer Anlass für die Ausstellung ist das 250-jährige Jubiläum des freiwilligen Beitrittes des Altaivolkes zum russischen Staat. Am 6-8 Juli wird diesem Jubiläum in gesonderten Veranstaltungen gedacht. Weiterführende Inforationen zu Nikolai Rerich (Nicholas Roerich)

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